In 2006 habe ich im Rahmen einer Dualisierung des Berufsgrundschuljahres ein Jahrespraktikum bei der Firma Schmidt GmbH in Emsbüren absolvieren dürfen. Zu dieser Zeit war der Umgang mit mir eher schwierig und mein zukünftiger Werdegang ging bergab. Dennoch gab mir die Firma Schmidt GmbH die Chance, mich zu ändern, indem sie mir eine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk anbot.

Diese Gelegenheit nahm ich sofort war und startete dort meine Ausbildung im August 2007. Auch in den ersten beiden Jahren meiner Ausbildung war meine allgemeine Einstellung zur Arbeit nicht wirklich gut und meine Reife auf einem dementsprechend niedrigen Niveau.

Im dritten Jahr änderte sich meine Einstellung jedoch grundlegend, und ich erkannte, dass ich doch allmählich etwas tun musste. Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Ausbildung im Jahr 2010, bot mir die Firma Schmidt einen unbefristeten Arbeitsvertrag an.

Diesen nahm ich dankend an. Ich meldete mich parallel zu einer berufsbegleitenden Weiterbildung zum Industriemeister für Kunststofftechnik an. Die Firma Schmidt förderte diesen Kurs und gab mir die Möglichkeit, trotz Schichtarbeit, diese Kurse (einmal in der Woche, einmal am Wochenende) zu besuchen.

Bis 2012 arbeitete ich dort als Einrichter für Spritzguss- bzw. Duroplastmaschinen. Da die Arbeit in der Firma Schmidt größtenteils auf Handarbeit basierte und ich mich sehr für die Automation interessierte, aber auch aus privaten Gründen, bewarb ich mich bei der Utz GmbH in Schüttorf mit einer Initiativbewerbung. Von dieser Firma hatte ich sehr viel während der Weiterbildung erfahren. Ich bekam nach 2 Wochen eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch und darauf folgte schnell die Möglichkeit einer befristeten Einstellung als Maschinenbediener. Diese nahm ich an, da ich meine persönlichen Aufstiegschancen sah und auch ergreifen wollte.

Mein damaliger Schichtleiter erkannte, dass ich aufgrund meiner guten Ausbildung als Maschinenbediener unterfordert war. Er ermöglichte mir, als Co-Einrichter an den Maschinen und Robotern tätig zu werden. Mein Interesse an der Automation fiel auf und wurde dort weiter gestärkt, was dazu führte, dass mir in 2014 eine unbefristete Anstellung als Einrichter angeboten wurde. Während einer Firmenveranstaltung Mitte 2014 sprach ich einen meiner Vorgesetzten daraufhin an, dass ich mich doch sehr für einen Austausch mit dem Werk in den USA interessieren würde.

Er sagte mir, dass ein Austausch in die USA momentan nicht möglich wäre, Utz suche jedoch für einen Zeitraum von 2 Jahren in der Volksrepublik China 2 Experten, die dort die neue Firmenplanung und das darauf folgende Training der Mitarbeiter vor Ort durchführen sollten.

Ich ließ mir die ganze Sache 2 Wochen lang durch den Kopf gehen und entschied mich dann, diesen großen Schritt zu gehen. Nach einem Jahr Training ging es dann los mit einem dauerhaften Aufenthalt in China. Während der ersten 3 Monate wusste der zuständige Projektleiter meinen Ehrgeiz und meine Arbeitsbereitschaft zu schätzen. 

Da der Fa. Utz China zu der Zeit ein Produktionsleiter fehlte, sprach ich ihn darauf an, diese Stelle gerne übernehmen zu wollen, was er mir schließlich auch ermöglichen konnte. Ich bin nun seit 2015 in China als Produktionsleiter für 6 Abteilungen zuständig. Ich bin gespannt, wohin der Weg noch geht.

Firma Schmidt hat maßgeblich an diesem Werdegang mitgearbeitet, wofür ich ihr noch heute sehr dankbar bin. Sie hat mich nicht aufgegeben und auch, wenn es sicherlich nicht einfach war, meine Einstellung zu vielen Bereichen in die richtige Richtung gelenkt.

In der Ausbildung habe ich vor allem den sofortigen, vollwertigen Einsatz zu schätzen gelernt, wodurch das technische Verständnis und meine Haltung zur Arbeit in eine gute Bahn gelenkt wurden. Ich konnte das gesamte Grundwissen der theoretischen Ausbildung auch praktisch gut anwenden, da es in einer - zu der Zeit - kleineren Firma keine richtigen Abgrenzungen zu den verschiedenen Abteilungen (z.B. Produktion, Werkzeugbau, AV) gab.

Dadurch wird ein viel tiefergreifendes Arbeiten in jedem Bereich ermöglicht, und Dinge, die für einen Auszubildenden unvorstellbar oder nicht einfach umzusetzen sind, wie z.B. der Umbau eines Werkzeuges, werden für jemanden, der in einer kleinen Firma seinen Beruf gelernt hat, zur Selbstverständlichkeit.

Die Improvisationsfähigkeit wird ebenfalls gesteigert, da nicht immer die perfekten Mittel für jede Problembewältigung direkt vorhanden sind. So wird auch hier das, was für einen Arbeitnehmer aus einer großen Firma eine Weitergabe an eine andere Abteilung bedeuten würde, zur Normalität, dieses Problem selber zu lösen. Durch viel Rückhalt und Unterstützung im theoretischen Bereich gab es auch dort kaum Probleme.

So konnte ich bei der Firma Schmidt vor allem die folgenden Fähigkeiten erlernen, die mir im Nachhinein betrachtet mein gesamtes Arbeitsleben bislang vereinfachten und nun meinen beruflichen Werdegang immer noch maßgeblich prägen:

  • Metallverarbeitung (manuelle Bearbeitungsmaschinen: Fräse, Drehmaschine, etc.)
  • Rüsten von Spritzgussmaschinen (spezielles Verfahren zum Spritzen von Duroplasten)
  • Rüsten von Duroplastpressen (dadurch auch Grundwissen zu vielen hydraulischen Pressen in anderen Bereichen; sowohl zu neuen als auch älteren Modellen)
  • Grundwissen in der Qualitätssicherung
  • Verantwortungsbewusstsein (durch Schichtleitung, etc.)
  • Improvisationsfähigkeit (Man wird sehr schnell zu 100 % eingespannt und nicht, wie oft in großen Firmen, nur zögerlich an fordernde Aufgaben herangeführt)
  • Grundwissen zur Automation
  • Grundwissen zur Führung von Mitarbeitern
  • umfangreiches Theoriewissen (durch starke Unterstützung)

 

Martin Reider,
Head of Production & Quality Dept.
Georg Utz Materials Handling (Suzhou) Co., Ltd.

19.05.2016, Suzhou City, Jiangsu Province

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